Planung

Die 10 Schritte zur Photo­voltaik­anlage:

1 Abklärung grundsätzlicher Fragen wie Anlagendimension, Neigung, Orientierung zur Sonne, Dach- oder Fassadenintegration, Standort für den Wechselrichter.

2 Sie Stromrechnungen der letzten beiden Jahre vorbereiten und am Zähler den Stromverbrauch während der Nachtstunden erfassen.

3 Finanzierung und Bauanzeige (mit Unterstützung durch die errichtende Firma) klären.

4 Bei Inanspruchnahme einer Förderung unbedingt die vorgegebenen Fristen und Bedingungen zur Erlangung der Förderung beachten.

5Antrag auf die Zuteilung eines Zählpunktes beim Netzbetreiber einholen (mit Unterstützung durch die errichtende Firma).

6 Klärung des Zeitplanes mit der errichtenden Firma (entsprechende Zeitreserven einplanen!) und Auftragsvergabe für die Errichtung der PV Anlage.

7 Anerkennung als Ökostromanlage beim zuständigen Amt der Landesregierung beantragen, wenn notwendig (Ökostromgesetz oder Netzbetreiber verlangt die Anerkennung).

8 Anlagenerrichtung und Erstellung eines bundesweit einheitlichen Prüfprotokolls durch eine/n konzessionierte/n ElektrotechnikerIn, die/der die Fertigstellung dem Netzbetreiber meldet.

9 Auswahl des Energieversorgers zur Energieabnahme und Unterzeichnung des Energieabnahmevertrages.

10 Netzanbindung. Der Netzbetreiber tauscht den Zähler.

Neben einer ganzheitlicher Beratung zur energieoptimierten Haustechnik kümmern wir uns auch direkt um die Planung Ihrer Photovoltaikanlage!

Effektivste Ausrichtung zur Sonne

Um den größtmöglichen Ertrag zu erzielen, sollte ein möglichst hoher Direktstrahlungsanteil von den Solarzellen absorbiert werden können. Je senkrechter die Strahlen auftreffen, umso ergiebiger ist die Energieausbeute. In Mitteleuropa erreichen wir das Optimum, wenn die Solarflächen gegen Süden ausgerichtet sind, zwischen 10 und 45 Grad geneigt und kein Schatten den Einfluss der Sonne stört. Die Basis für den Neigungswinkel ist die Waagrechte (0 Grad). Bei dieser Ausrichtung, eine professionell geplante und errichtete Anlage vorausgesetzt, kann ein jährlicher Stromertrag pro installiertem Kilowatt (eine Fläche der Photovoltaikanlage von etwa 7 bis 10 m2 entspricht in etwa einer Leistung von einem Kilowatt) von etwa 950 bis 1.300 kWh erwartet werden, was etwa ein Viertel des Jahresstromverbrauches der durchschnittlichen österreichischen 4-Personen-Familie darstellt. Welcher Ertrag zu einer vom Ideal abweichenden, weil etwa baulich unumgänglichen Ausrichtung erwartet werden darf, können Sie mittels oben abgebildeter Einstrahlungsgrafik abschätzen.

Bis zu 10 bzw. 50 Grad Neigung halten sich die Ertragsverluste demnach in durchaus ökonomisch vertretbaren Grenzen. Auch die Himmelsrichtung lässt sich, wenn notwendig, von Südost bis Südwest ohne übertriebene Energieeinbußen variieren, wie Ihnen die Einstrahlungsgrafik veranschaulicht.

Durch Übermittlung folgender Informationen erhalten Sie ein möglichst konkretes Erst-Angebot:

  • Standort (PLZ, Ort, …)
  • Höhe, Breite, Neigung, Ausrichtung, Traufenhöhe, Art der Eindeckung, Maximalbelastung des Daches
  • Verschattung bzw. wie viele Module können verschattungsfrei installiert werden
  • Kabelführung (Aufputz, im PVC-Kanal, Unterputz, im verzinkten Kanal, in vorhandenen Kanälen, …)
  • Zustand bzw. Baujahr des bestehenden Hausanschlusses
  • Zustand bzw. Baujahr des Hauptstromverteilers
  • Ist ein zusätzliches Zählerfeld bzw. ein zusätzlicher Zählerschrank vorhanden
  • Sind Reserveplätze für Sicherungen im Hauptverteiler vorhanden
  • Ist ein Potenzialausgleich (Überspannungsschutz) vorhanden
  • Blitzschutz bzw. Erdung vorhanden? Soll nun ein Blitzschutz installiert werden
  • Welcher Stromversorger
  • Strombedarf der letzten beiden Jahre (Jahresabrechnung EVU)

Bei Feuer am Dach

Eine Photovoltaik-Anlage am Dach kann die Löscharbeiten der Feuerwehr erschweren. Während sich ein drohender Dacheinsturz durch die zusätzliche Gewichtsbelastung noch einigermaßen abschätzen lässt, besteht auch zusätzlich die Gefahr, dass eine/ein
Feuerwehrfrau/mann in den Stromkreis der Photovoltaik-Anlage gerät. Steht Ihr Haus also in Brand, muss die Feuerwehr vor Beginn der Löscharbeiten das Haus stromfrei schalten.

Die Module selbst können nicht abgeschaltet werden. Sie liefern Strom, sobald sie einer Lichteinstrahlung ausgesetzt sind. Auf der Gleichstromseite der Anlage liegt also immer noch Spannung. Doch erst, wenn eine/ein Feuerwehrfrau/mann gleichzeitig die abisolierten Plus- und Minuspole der DC-Leitung zwischen Modulen und Wechselrichter berührt, gerät sie/er unter Spannung. DC-Freischalteinrichtungen in unmittelbarer Nähe der Modulstränge können, von außerhalb des Hauses oder über andere Auslösungsmechanismen betätigt, die Gleichstromleitung direkt am Dach unterbrechen. Der Wechselrichter, durch seine interne Netzüberwachung alarmiert, deaktiviert sich automatisch.

Zum Schutz von Einsatzkräften gibt es daher Richtlinien wie die R11-1, die bauliche und technische Maßnahmen bei der Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen definiert. Diese Richtlinie ist einzuhalten und die Sicherheitsmaßnahmen sind mit den örtlichen Gegebenheiten im Detail abzustimmen. Die ÖVE/ÖNORM E 8001-4-712 kommt dem Wunsch der Feuerwehr entgegen, indem, falls von der Behörde nichts anderes vorgeschrieben ist, im Hauptanschlusskasten Aufzeichnungen über Ort und Lage des Wechselrichters und der DC-Freischalteinrichtung sowie über die Lage der Gleichspannungsleitungen aufzuliegen haben.